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Hohe Schmackhaftigkeit, gute Nährwerte, hohe Verdaulichkeiten. Das wünschen wir uns von unserem Grundfutter, damit unsere Tiere viel fressen, gesund und leistungsstark sind. Darum ist die Silierung von Gras- und Maissilagen jedes Jahr ein wichtiges Thema. Neben einem optimalen Siliermanagement spielen auch Siliermittel eine größer werdende Rolle. Dabei kommt immer öfter das Thema „Propylenglykol in Silagen“ auf. Ein verlockender Gedanke, dass ein so hochverdauliches und energiereiches Futtermittel einfach in der Silage gebildet und verfüttert werden kann. Doch ist das wirklich so einfach?

Was ist Propylenglykol?

Propylenglykol ist ein hochverdauliches und energielieferndes Futtermittel, welches bei einer richtigen Rationsgestaltung einen großen Mehrwert für Tiergesundheit, Fruchtbarkeit und Leistung bieten kann. Wichtiger Bestandteil des Energiestoffwechsels ist die Gluconeogenese, also die Neubildung von Glucose in der Leber. Für diesen Prozess benötigen Wiederkäuer die sogenannte Propionsäure, welche im Pansen z.B aus Propylenglykol aber auch aus pansenverfügbarer Stärke gebildet wird.

Wann bildet sich Propylenglykol in Silagen?

Propylenglykol wird in Silagen von sogenannten heterofermentativen Milchsäurebakterien gebildet. Im Gegensatz zu homofermentativen Milchsäurebakterien bilden diese nicht nur Milchsäure (homo = gleich), sondern auch andere Produkte wie z.B. Essigsäure oder eben Propylenglykol (hetero = verschieden). Das bedeutet, wenn heterofermentative Bakterien (z.B. Lactobacillus buchneri) auf dem Siliergut vorhanden sind, wird immer in einem gewissen Grad auch Propylenglykol gebildet.

Welche Menge an Propylenglykol kann ich beim Einsatz von geeigneten Siliermitteln erwarten?

Eine genaue Schätzung, wie viel Propylenglykol in der Silage gebildet wird, ist nicht möglich. Denn grundsätzlich spielen dabei viele Faktoren eine Rolle. Der Trockensubstanzgehalt der Silage, die Menge an heterofermentativen Milchsäurebakterien, die Temperatur, die Menge an Zucker oder anderen freien Kohlenhydraten sind nur einige der Faktoren, welche Einfluss auf die Menge an gebildeten Propylenglykol haben. Liefert meine Silage mehr Energie, wenn sich Propylenglykol gebildet hat? Nein. Hier liegt oft der Irrtum. Das Silo ist ein geschlossenes System. Die von den Bakterien gebildeten Produkte, egal ob Milchsäure, Essigsäure, Buttersäure oder Propylenglykol, werden nicht aus dem Nichts heraus geschaffen. Die Basis für all diese Produkte ist Zucker. Diesen nutzen die Bakterien im Silo als Nahrungsquelle um die oben genannten Endprodukte zu bilden. Dabei geht ein gewisser Teil der Energie immer verloren, welchen die Bakterien für ihren eigenen Stoffwechsel benötigen. Propylenglykol ist also ein Umbauprodukt für das Zucker in der Silage abgebaut wird und bedeutet keine zusätzliche Energie.

Wie hole ich dann das Beste aus meiner Silage heraus?

Eine hochwertige Silage beginnt schon bei der Sortenwahl bzw. der Bestandszusammensetzung im Grünland. Weiterhin spielt die Düngung eine Rolle. Außerdem ist der Schnitt- bzw. Erntezeitpunkt entscheidend für Energie- und Nährstoffgehalt sowie die Verdaulichkeit der Nährstoffe. Hier wird bereits vorm Silieren der Grundstein für gutes Grundfutter gelegt. Anschließend kommt es darauf an, die geernteten Nährstoffe möglichst gut zu erhalten. Das wird nur durch eine effektive Konservierung gewährleistet. Also eine schnelle und effiziente Absenkung des pH-Wertes durch Milchsäure. So werden Schadbakterien, Hefen sowie Schimmelpilze unterdrückt und Trockensubstanzverlusten vorgebeugt. Essigsäure hilft in geringen Mengen die Silage vor Nacherwärmung zu schützen und dabei die Schmackhaftigkeit nicht negativ zu beeinflussen.

Zusammenfassung & Fazit

  1. Propylenglykol ist ein wertvolles Futtermittel, welcher beim Einsatz von heterofermentativen Milchsäurebakterien immer zu einem gewissen Teil gebildet wird.
  2. Die gebildete Menge ist stark abhängig von vielen Faktoren und somit nicht vorab abschätzbar.
  3. Es entsteht dabei nicht zusätzlich, sondern als Umbauprodukt aus Zucker.
  4. Außerdem hat Propylenglykol keinen Einfluss auf die Absenkung des pH-Wertes und somit keine konservierende Wirkung.
  5. Die erfolgreiche und sichere Konservierung mittels Milchsäure und einem geringen Anteil an Essigsäure sollte bei der Silierung immer an oberster Priorität stehen.

*Dieser Artikel erschien zuerst auf Sano.de.

© Titelbild: Pixabay

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